Ausbildungskonzeption zum Umgang mit Heterogenität: Jedes Kind im Blick – Lernvoraussetzungen erfassen – Lernchancen bieten
Das Ausbildungskonzept "Umgang mit Heterogenität – Diagnose und Förderung" ist der Arbeitsschwerpunkt am Seminar Bad Mergentheim.
Zielsetzung
Im Bereich "Diagnose und Förderung" zu erwerbende Qualifikationen
Über welche Kompetenzen Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter am Ende ihrer Ausbildung verfügen müssen, darüber gibt innerhalb der Ausbildungsstandards Pädagogik der Standard "Begleiten, Beraten, Beurteilen" Auskunft, auf den an dieser Stelle verwiesen wird.
Möglichst enge Verzahnung von Theorie und Praxis und Vernetzung verschiedener Ausbildungsbereiche
Der Bereich "Umgang mit Heterogenität – Diagnose und Förderung" ist als durchgängiges Prinzip der gesamten zweiten Ausbildungsphase zu verstehen. Dabei ergänzen sich verschiedene Fachbereiche und Seminarbausteine wechselseitig.
Aufeinander bezogene und zeitlich abgestimmte Praxis- und Erfahrungsfelder, die sich durch die gesamte Ausbildung ziehen und in den Seminarveranstaltungen reflektiert werden, bilden die Säulen des Ausbildungskonzeptes.
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DURCHFÜHRUNG EINER SCHULEINGANGSDIAGNOSTIK
Die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter führen in Grundschulförderklassen bzw. Kindergärten eine Schuleingangsdiagnostik durch. Die praktische Durchführung des Instrumentariums der Diagnostischen Einschätzskalen (K. Barth) als Beispiel für eine mögliche Schuleingangsdiagnostik sowie das sich daran anschließende Gespräch mit der jeweiligen Klassenlehrkraft bzw. der/dem jeweiligen Erziehenden über die Diagnoseergebnisse und geeignete Fördermöglichkeiten verdeutlichen den Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern die Bedeutung einer gezielten Diagnostik, um notwendige Präventionsmaßnahmen für einzelne Kinder einzuleiten.
- ERPROBUNG DIAGNOSTISCHER INSTRUMENTE IN KLASSE 1 IN DEN FÄCHERN DEUTSCH UND MATHEMATIK
Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter erwerben sowohl im studierten Fach Deutsch/Mathematik als auch im nicht studierten Fach Deutsch/Mathematik, grundlegende Kenntnisse im Bereich Schriftspracherwerb und im Bereich mathematischer Kompetenzen. Sie erheben mit Hilfe möglicher diagnostischer Instrumente den Wissens- und Könnensstand einer ersten Klasse.
- AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN DENKWEISEN VON KINDERN; UM DIESE IN IHREM LERNEN UNTERSTÜTZEN ZU
KÖNNEN
Sowohl in ihren studierten Fächern als auch im Bereich Pädagogik lernen die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter unterschiedliche diagnostische Instrumente und deren theoretische Hintergründe kennen. Sie wählen für einzelne Kinder geeignete Instrumente aus und wenden diese an, um deren Denkwege, Vorstellungen und Bedürfnisse zu verstehen.
Möglichkeiten und Maßnahmen, die das Lernen der Kinder unterstützen, werden ebenfalls in den Seminarveranstaltungen thematisiert. Die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter wählen ihren Diagnoseergebnissen entsprechend gezielte Maßnahmen aus und integrieren diese in die Gestaltung ihres Unterrichts.
- ERHEBUNG DES WISSENS- UND KÖNNENSSTANDES DER SCHÜLER EINER KLASSE
Im selbstständigen Unterricht zu Beginn des Schuljahres analysieren die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in ihren jeweiligen Fächern den Wissens- und Könnensstand ihrer Schülerinnen und Schüler.
Die Fachdidaktiken bieten dazu Handlungsschritte, konkrete Materialien und unterrichtsorganisatorische Hinweise an.
Zielsetzung dieses Praxisfeldes ist es, deutlich zu machen, dass die Analyse des Wissens- und Könnensstandes einer Klasse eine notwendige Voraussetzung für die alltägliche Unterrichtsplanung darstellt.